Traumafolgen

Traumafolgen

„Wenn ein biologisches System ständig Stresshormone ausschüttet, um mit realen oder vorgestellten Gefahren fertig zu werden, entstehen pyhsische Probleme: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, unerklärliche Schmerzen, Hypersensibilität gegenüber Berührungen oder Geräuschen.“
Bessel van der Kolk

Ein Trauma stellt immer einen Anschlag auf die Identität des Menschen dar und kann vielfältige Folgen haben, wie z. B. Durcheinandersein, Schmerzen, nichts fühlen oder spüren können. Viele Menschen haben nach einem traumatischen Erlebnis immer wieder eine Flut von Bildern, Gefühlen und Gedanken, in denen sie das Geschehen erneut erleben. Man spricht dann von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS). Alle Menschen brauchen Zeit, um solche Erfahrungen zu verarbeiten, mit ihnen fertig zu werden. Wenn traumatische Erfahrungen nicht verarbeitet werden können, verselbständigen sich die entwickelten Schutzmechanismen und es können vielfältige Störungen entstehen. Was als traumatisch erlebt wird, ist individuell sehr verschieden. Vor allem traumatische Erlebnisse von Kindern werden von Erwachsenen oft gar nicht als besonders schwerwiegend oder belastend eingeschätzt (für ein Beispiel lesen Sie hier weiter………..). Säuglinge, Kleinkinder und Kinder allerdings empfinden belastende Ereignisse/schlechte Versorgung/ Unterversorgung oft als lebensbedrohlich. Sie können sich nicht alleine schützen, versorgen, sich helfen oder ihre Emotionen steuern und intellektuell verarbeiten. In einer gewissen Weise geht es also in ihrem Empfinden regelmäßig um Leben und Tod. Wenn nach einer starken Belastung wieder ein Zustand von Sicherheit und liebevoller Hinwendung folgt, dann wirkt das heilend. Wenn allerdings Sicherheit und Fürsorge ausbleiben, kann sich das Gefühl des Bedrohtseins festsetzen und zu einem chronischen Zustand werden.

Traumata können sich in psychischen Krankheiten wie Depressionen oder Angstzuständen und körperlichen Symptomen bzw. Erkrankungen auswirken.
Für u.a. die folgende Erkrankungen gibt es Studien, die einen Zusammenhang zwischen Traumatisierung und Erkrankung belegen *):

  • Posttraumatische Belastungsstörung
  • Depressive Störungen
  • Angststörungen
  • Suchterkrankungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Störungen des Sozialverhaltens
  • Somatoforme Störungen
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Ischämische Herzerkrankungen/Koronare Herzkrankheit

*) Vgl.: Deutsche Traumakostenfolgenstudie – Kein Kind mehr – kein(e) Trauma(kosten) mehr? Universität Kiel, Februar 2012