Comprehensive Resource Model

Ich arbeite mit dem Comprehensive Resource Model, das Lisa Schwarz entwickelt hat sowie mit der Psychodynamisch Imaginativen Trauma Therapie (PITT), die Luise Reddemann entwickelt hat.

Comprehensive Resource Model

Das Comprehensive Resource Model ist ein neues Therapiemodel, das die KlientINNen befähigt, mit traumatischen Ereignissen in Kontakt zu treten, sie durchzuarbeiten und zu integrieren, ohne retraumatisiert zu werden. Erreicht wird dies durch das Zurverfügung-Stellen einer Kaskade von neurobiologisch basierten Ressourcen, die die KlientINNen im Körper „verankern“. So werden  neurobiologisch wirksame „Sicherheitskreisläufe“ installiert, die verhindern, dass bei Kontakt mit traumatischen Erinnerungen die Stressmuster (Kampf/Flucht/Totstellen) aktiviert werden, die das Bearbeiten und Integrieren des Traumas verhindern. Dabei wird auch darauf geachtet, welche Ressourcen die KlientINNen bereits selbst entwickelt haben und wie sie diese in den Prozess einbringen können. Die Zusammenarbeit zielt darauf, die Selbstheilungskräfte zu fördern, das Vertrauen der KlientINNen in die eigene Weisheit zu stärken und die Fähigkeit zur Selbstregulation außerhalb der Sitzungen zu entwickeln.

Zu den Ressourcen, die die KlientINNen jederzeit auch außerhalb der Therapiesitzungen für sich einsetzen können und sollen, gehören: Atemübungen, neurologische Bindungsarbeit, Visualisierung eines besonderen/heiligen Ortes, Visualisierung von unterstützenden/helfenden Wesen, Tönen, Arbeit mit Düften u.ä.. Innere (jüngere) Anteile, die die Erinnerung an das traumatische Geschehen verkörpern, werden in gleicher Weise wie die KlientNNen mit Ressourcen versorgt. Da es für unser Gehirn keine Rolle spielt, ob wir uns etwas „nur“ vorstellen oder etwas tatsächlich geschieht (das beste Beispiel hierfür: die Reaktion auf Traumata, deren Ursache ja in der Vergangenheit liegt), wird die Vorstellungsfähigkeit des Gehirns gezielt eingesetzt, um die Sicherheit herzustellen, die es auf allen Ebenen der Erinnerung bzw. Beteiligung braucht, mit der ursprünglich überwältigenden Erfahrung in Kontakt zu treten, diese durchzuarbeiten und zu integrieren.

Was ist anders an CRM?

  • CRM geht, anders als andere Trauma Therapie Modalitäten, davon aus, dass die therapeutische Arbeit mit dem Neokortex und der Amygdala vor dem HIntergrund des dort stattfindenden Erlernens von Angstreaktionen, nicht tief genug greift. Die Neurobiologie von CRM sieht eine Mittelhirnregion im oberen HIrnstamm als das Zentrum des traumatischen Emotions- und Verteidigungsverhaltens. Mit genau dieser Region wird gearbeitet und dort werden auch die Ressourcen angesiedelt. So kann die Erinnerung an das belastende Ereignis zunächst zugänglich gemacht und dann verändert werden, was wiederum die neuronale Struktur, die das traumatische Material managt, verändert.
  • Da jeder Schritt innerhalb der Sitzung mittels Ressourcenarbeit vorbereitet und gehalten wird, gibt es bei CRM nicht die weithin übliche Trennung zwischen dem Aufbauen von Sicherheit als Vorbereitung und der letztendlichen Traumakonfrontation.
  • Für mich ein besonders wichtiger Aspekt dieses Modells: Die Zielsetzung der Arbeit weist über die Heilung von Traumata hinaus. Die KlientINNen sollen darin unterstützt werden, ihr inneres Wesen, den Kern ihrer Weisheit und Kompetenz, die eigenen besonderen Fähigkeiten vollkommen entfalten und leben zu können, nachdem die Schlacke der Traumata, die ihnen den  Weg versperrt hat, beseitigt ist. Dabei wird nach der Spitze der Löwenzahnwurzel gegraben, um die traumatische Belastung vollständig zu erfassen und zu integrieren.

Weitere Informationen finden Sie auf der deutschen Webseite zum Comprehensive Resource Model (www.crm-traumatherapie.de ) oder unter comprehensiveresourcemodel.com (englisch).