Aufstellungsarbeit

Familienaufstellungen, Heilaufstellungen, Systemstellen

 

Wir alle sind in vielfältiger Weise in Beziehungen eingebunden. Zu den am stärksten prägenden und den nachhaltigsten Beziehungen gehören die zur eigenen Herkunftsfamilie. Selbst wenn wir meinen, uns davon befreit zu haben, z.B. durch räumliche Entfernung oder Kontaktabbruch, sind wir tatsächlich nach wie vor mit dem System der Familie verbunden. Die Verbundenheit geht weit über die Eltern und Geschwister hinaus, sie reicht Generationen zurück. So kann ein Ereignis der Vergangenheit unser Wohlergehen in der Gegenwart beeinflussen. Mittlerweile ist bekannt und erforscht, dass Traumatische Belastungen durch epigenitische Vorgänge weitergegeben werden, schon im Mutterleib wird der Embryo entsprechend geprägt. Erziehung und familiärer Lebensstil treten auch in der  Beziehung zu sich selbst zu Tage, die oft geprägt ist von Selbstzweifeln, Selbstabwertung und mangelndem Mitgefühl.

Alle denkbaren Beziehungen lassen sich aufstellen –  z.B. innerhalb der Arbeitssituation zu den Kollegen; das eigene Verhältnis zu Geld (auch das ist eine Beziehung); die Frage nach Berufswahl- oder Aussichten, gesundheitliche Themen usw. Und die eigene Beziehung zum eigenen komplexen Selbst! Die moderne Neurowissenschaft hat bestätigt, dass der menschliche Geist einer Gesellschaft ähnelt. Genau genommen gibt es verschiedene Selbste und diese müssen nicht unbedingt miteinander kommunizieren (Michael Gazzaniga). Und es ist gar nicht verkehrt, sich eine Gesellschaft  verschiedener „Geister“ im Gehirn festzustellen,  die wie die Mitglieder einer Familie zusammenarbeiten können und dennoch ihre eigenen mentalen Erfahrungen machen, von denen die anderen nichts wissen (Marvin Minsky). Innere Konflikte lassen sich also ebenfalls aufstellen .

Für mich ist Aufstellungsarbeit ein strukturgebendes und ein bildgebendes Verfahren. Gefühle und Haltungen werden im Kontext der Familien- oder einer anderen Struktur mit einem Mal sichtbar. Es zeigt sich, dass Menschen nicht unbeeinflusst agieren, sondern in ständiger Resonanz zu dem System, zu dem sie gehören/innerhalb dessen sie sich bewegen. Im Rahmen dieser Arbeit bildet sich allerdings nicht “die einzige Wahrheit” über den aktuellen Zustand von Beziehungen ab. Wie Träume Strömungen des Unbewussten der Träumenden zeigen, zeigen Aufstellungen unbewusste Aspekte des Systems/der Beziehungen. Manchmal sind die Klienten völlig überrascht, von dem, was sich zeigt, begreifen es jedoch als durchaus stimmig. Öfter sagen sie, das kenne ich; oder: so habe ich es noch nie gesehen, aber es stimmt.

Beziehungen lassen sich in der Einzelarbeit mit einem Klienten oder einem Paar mithilfe von sogenannten Bodenankern aufstellen. Die Therapeutin nimmt als Stellvertreterin der Reihe nach alle Positionen ein bzw. lädt die Klienten ein, die Positionen einzunehmen. Das ist die Methode, die ich neben der Gruppenarbeit verwende. Bei der Arbeit in einer Gruppe bitten die Klienten jeweils ein Gruppenmitglied, eine bestimmte Person aus der Familie darzustellen. Die Stellvertreter werden vom Klienten oder der Klientin an ihren Platz geführt. Danach fühlen sie sich in die Rollen ein. Sie agieren auf Grundlage dessen, was sie vorfinden, sie erfinden nichts. Ohne dass sich mit Sicherheit erklären ließe, woher die Informationen stammen, stimmen Gestik, Mimik, Haltung der Stellvertreter machmal bis zur Wahl bestimmter Worte oder Sätze mit den Vertretenen überein.
Mit den Stellvertreterinnen können  – stellvertretend – Konflikte bearbeitet werden, was die eigene Wahrnehmung und Haltung beeinflusst und im Außen tatsächlich fühlbar zu einer Veränderung führen kann.

Über die Kosten lesen Sie hier weiter……….

Wenn Sie sich für Literatur zu dem Thema interessieren, klicken Sie hier.